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Informationen rund um das Thema Demenz

Bei LIFEtool beschäftigen wir uns mit folgenden Aspekten:

  1. Aktivierung: Software/Apps für Konzentration, Gedächtnis
  2. Unterstützte Kommunikation: für Personen mit schlechter/fehlender Lautsprache
  3. Unterstützte Information: Information in einfaches Sprache und Bildern
  4. Orientierung für Raum, Zeit und Handlung: Leitsymbole, Visuelle Zeitplaner, Handlungspläne
  5. Umweltsteuerung: zur Verwendung des Fernsehers, Audiogeräten
  6. Biografie: Erstellung von digitalen Fotoalben, Ich-Büchern

Der medizinische Fortschritt beschert der Menschheit längere Lebenszeiten, aber auch eine große Herausforderung wie beispielsweise die Krankheit Demenz. Schon heute erkrankt laut Welt-Alzheimer-Bericht 2015 alle 3,2 Sekunden irgendwo auf der Erde ein Mensch und die Zahl der Betroffenen wird sich bis zum Jahr 2050 fast verdreifachen. Derzeit leben weltweit 46,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. 2030 werden es 74,1 Millionen sein, 2050 schon 131,5 Millionen - rund 60 Prozent in ärmeren Ländern. 

Es werden größte Anstrengungen unternommen, um Therapien für die stetig größer werdende Gruppe von Menschen mit dementiellen Erkrankungen zu finden. Neueste Kommunikationstechnologien wie die Tablet-Technologie werden dabei auch näher beleuchtet und in Studien konnten ermutigende Erfolge nachgewiesen werden. So fanden Forscher der Charité im Auftrag des ZQP (Zentrum für Qualität in der Pflege) heraus, dass eingesetzte Apps Menschen mit Demenz helfen können, ihr Gedächtnis zu trainieren, miteinander zu kommunizieren und damit am Alltag besser teilhaben zu können. 

Die Hinweise aus der Forschung über Menschen mit dementiellen Erkrankungen deuten darauf hin, dass durch den Einsatz dieser modernen Technologie vorhandene kognitive Fähigkeiten wieder aktiviert werden können, dass die Selbständigkeit gestärkt und die soziale Einbindung wieder gefördert werden kann. 

Auch das renommierte Handbuch der Unterstützten Kommunikation widmet dem Thema „Unterstütze Kommunikation bei Demenzerkrankung“ einen eigenen Beitrag. Die Kommunikations-Expertinnen sehen einen Demenzpatienten als einen Menschen, der zunehmend an seine „kognitiven, kommunikativen, sozialen, handlungsmäßigen und motorischen Grenzen“ stößt.  Dass ein solches Erleben zu Frustrationen, Hilflosigkeit, Wut, Angst und Ausgrenzung führt, ist bekannt. 

Foto: Seniorin und Tablet-PC


Dass sich Tablet -Technologie hervorragend für Therapiezwecke eignet, wissen wir auch bei LIFEtool, da wir bereits seit 2011 intensiv an der Fragestellung forschen, wie Tablet Technologie adaptiert werden muss, damit sie von Menschen mit Behinderung  verwendet werden kann. Technisch gesehen liegen die Vorteile in der leichten Bedienbarkeit und in den schier grenzenlosen Anwendungsmöglichkeiten. 

Bei einem Projekt der LIFEtool Beratungsstelle Graz nahmen mit Seniorinnen aus der Steiermark teil, die sich mit großer Freude und viel Spaß den Aufgaben stellten, obwohl ihnen die Technik vorher völlig unbekannt war. Beim Quiz-Spielen erfuhren sie Anerkennung und Wertschätzung und in einem hohen Maß Freude und Spaß. Wir geben einige Eindrücke der LIFEtool Beraterin Eva Kupfner wieder, die den Spaß widerspiegeln, den die Damen beim Spielen am Tablet hatten:

Pensionierte Lehrerin, 85 Jahre 
Schreibübungen: Endlich muss man nachdenken! 

Pensionierte Verkäuferin, 85 Jahre 
Würde sich am liebsten Stunden damit beschäftigen, arbeitet selbständig, löst schwere Aufgaben „Ist das herrlich!“ 

Landwirtin, zurückgezogen spricht kaum, 82 Jahre 
Löst einfache Aufgaben; spricht sehr viel dabei (sagt, was sie sieht und beginnt zu erzählen) 

Landwirtin, 82 Jahre 
„Es macht richtig Spaß, ich möchte gar nicht weg.“