04.02.2019

Erster WheelSim VR Prototyp begeistert die AnwenderInnen

MitarbeiterInnen der EDV Werkstätte Hagenberg haben den ersten virtuellen Rollstuhl Parcours ihres Lebens absolviert.
Foto: Junger Mann im Rollstuhl mit VR Brille und Joystick, LIFEtool F&E Projekt WheelSim VR 2019

Wie es sich anfühlt mit seinem E-Rollstuhl über eine Wiese zu fahren, sich durch „Gatsch“ plagen zu müssen oder gar auf’s Glatteis geführt zu werden, konnten MitarbeiterInnen der Werkstätte Hagenberg im Rahmen einer ersten Präsentation des Prototypens von WheelSim VR erleben. Ein kurzer Hütchen-Parcours zum Slalomfahren und auch die Überwindung einer Brücke haben sie außerdem getestet. Das Projektteam von WheelSim VR ist hochmotiviert und freut sich über die positiven Zwischenergebnisse.

„Unsere TesterInnen hatten noch kaum Vorerfahrung mit der VR-Brille und sie konnten den Rollstuhl-Simulator sofort bedienen“, berichtet Zoe Springer, die den Prototypen im Rahmen ihres Berufspraktikums bei LIFEtool programmiert hat. „Alle können sich vorstellen, dass sie den fertigen Rollstuhl-Simulator verwenden, um das E-Rollstuhl-Fahren zu trainieren und ihre Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr zu verbessern.“

Eine besondere Aufgabenstellung an die Studentin war, eine Menüsteuerung zu entwickeln, die ohne eigenen Controller funktioniert. Über eine Menükugel, die man im Sichtfeld der VR-Brille nur kurz anschaut, wird das Menü bedient. 

Zoes Motivation für dieses Projekt ist sehr groß, „denn da ich selbst an den Armen und Händen motorisch eingeschränkt bin, weiß ich selbst, wie schwierig es sein kann, Technologien zu nutzen, wenn man nicht einfach seine Hände dafür zur Verfügung hat. Mir war es daher besonders wichtig, ein Studienprojekt zu machen, das einen Nutzen für Menschen mit Behinderung hat.“ Für Zoe war es auch eine wertvolle Erfahrung, direkt an der Fachhochschule gehörtes theoretisches Wissen in der Umsetzung zu erleben. „Ich konnte an Projektmeetings teilnehmen und dort auch meine Arbeit präsentieren. Das professionelle Projektmanagement und das gemeinsame Entwickeln im Forschungsteam war nicht nur sehr lehrreich, sondern hat auch viel Spaß gemacht.“

„Wir freuen uns sehr, dass WheelSim VR den ersten Test so gut bestanden hat. Informationen, die wir gewonnen haben, werden nun ins Softwarekonzept eingearbeitet, das als Basis für die weitere Entwicklung dienen wird. Im Moment warten wir auch gespannt auf die Auswertung der Interviews und Workshops mit potentiellen AnwenderInnen“, berichtet DI Michael Gstöttenbauer, Entwickler bei LIFEtool. 

Zum Gelingen des gemeinsamen Forschungsvorhabens tragen neben LIFEtool u.a. das Linzer Unternehmen für digitale Services Netural, Kuratorium für Verkehrssicherheit und Bandagist Heindl GmbH bei.

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Bei LIFEtool werden Menschen beraten, die Unterstützung bei der Kommunikation brauchen. Wir forschen und entwickeln bereits heute an Lösungen, die Menschen mit Behinderungen und Menschen im Alter zukünftig das Leben erleichtern und ihre Autonomie fördern. Dabei arbeiten wir mit universitären Einrichtungen und Unternehmen zusammen. 

„Es begeistert uns, wenn junge Menschen an Technologien forschen, von denen Menschen mit Behinderung zukünftig profitieren können. Eine davon ist Zoe, die sich in den letzten Monaten bei LIFEtool im Forschungsprojekt WheelSim VR mit viel Engagement eingebracht hat.“, lobt LIFEtool Geschäftsführer Mag. David Hofer die FH-Studentin. 

Danke an Alexandra Puchner von der EDV-Werkstätte Hagenberg des Diakoniewerkes für das tolle Foto!