31.01.2019

Weiterbildung zur Fachkraft UK nach Standard der GesUK e.V. (Kopie 1)

LIFEtool Beraterin Romana Malzer ist zertifizierte Referentin und leitet die Weiterbildung in Theorie, Selbsterfahrung und Praxis an.
Foto: LIFEtool Beraterin Romana Malzer vor einer Pinwand mit Kommunikationskarten.

LIFEtool Beraterin Romana Malzer ist eine von österreichweit vier zertifizierten Referent*innen der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation und leitet die Weiterbildung in Theorie, Selbsterfahrung und Praxis an. Im März 2019 haben die ersten Teilnehmer*innen abgeschlossen. 

LIFEtool Beraterin Romana Malzer bietet die Kurse seit 2016 bei LIFEtool in ganz Österreich an. Sie hat in diesem Zeitraum ca. 350 Teilnehmer*innen in den Themen Einführung in UK, Diagnostik, Symbole, Gebärden und Technische Hilfen geschult. 

Lesen Sie ein Interview mit Romana zur Weiterbildung:

 

Warum ist die Weiterbildung zur Fachkraft UK wichtig? 

Romana: Therapeut*innen und Pädagog*innen sollen einen umfassenden Einblick in das Thema Unterstützte Kommunikation bekommen und viele Ideen, die sie praktisch mit ihren Klient*innen anwenden können. Es ist ein aufbauender Lehrgang mit einem zweitägigen Einführungskurs und 4 Aufbaukursen. Die Inhalte sind mit den anderen Referent*innen der deutschen Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgestimmt und nach einem gemeinsamen Standard entwickelt (siehe www.gesellschaft-uk.de)

Was macht die Weiterbildung besonders? 
Romana: Natürlich ist theoretisches Wissen notwendig, diese legt eine solide Basis, damit das praktische Arbeiten im Alltag mit Menschen ohne Lautsprache dann gut gelingt. Wir arbeiten viel mit Selbsterfahrung. Wer sich selbst in die Situation von Menschen hineinversetzen kann, die nicht lautsprachlich kommunizieren können, der versteht sofort den Mehrwert von Unterstützter Kommunikation. Die Teilnehmer*innen bekommen beispielsweise unterschiedliche Kommunikationshilfe wie ein iPad mit spezieller Kommunikationssoftware oder einen Augensteuerungscomputer und „dürfen“ sich dann nur mit diesen Hilfsmitteln verständigen. Einerseits merken sie, wie schwierig es ist, ohne eigene Lautsprache auszukommen, andererseits erkennen sie auch sofort, wie genial die Hilfsmittel sind, die Kommunikation zu verbessern und bekommen wertvolle Erkenntnisse, wie sie „ihre“ UK-Nutzer*innen unterstützen können, sich mithilfe des Gerätes oder der Methode besser zu verständigen.

Seit Dezember 2020 bieten wir - auf Grund der besonderen Umstände durch Corona - die Fortbildung auch online an. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Teilnehmer*innen sind sehr positiv und motivieren uns, das Format immer weiterzuentwickeln.

Was schätzen die Teilnehmer*innen? 

Romana: Die umfassende Information, viele praktische Ideen - Material und Geräte zum Anschauen, Angreifen und Ausprobieren und natürlich auch, dass es eine zertifizierte Ausbildung ist. Der/die Fachberater*in für UK ist eine zertifizierte Fortbildung, die auch von den Sozial-Einrichtungen anerkannt wird.

Den Kurs machen Therapeut*innen oder Pädagog*innen, die sich vielleicht schon mit UK auseinandergesetzt haben. Warum müssen diese auch den Einführungskurs machen?

Ein Zertifikat bekommt nur derjenige, der alle Module der Weiterbildung absolviert hat – das ist bei der Fachkraft UK wie bei jeder anderen Ausbildung auch. Die Module bauen aufeinander auf und sind nach dem gemeinsamen Standard der dt. Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation entwickelt. 

Der Einführungskurs ist immer aktuell und wird laufend durch aktuelle Erneuerungen aktualisiert. Das ist in einer Branche wie der UK ein absolutes Muss, weil sich auch hier die Technologie immer wieder ändert und es laufend Neuerungen gibt. Denken Sie nur an die rasante Entwicklung im Bereich der Tablet-PCs mit ihren Apps oder den technischen Entwicklungen im Bereich der Augensteuerung. 

Danke für das Gespräch!

Information UK-Fachkraft

Diese umfangreiche Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter*innen von Einrichtungen und Diensten sowie Therapeut*innen und Pädagog*innen. Mit Unterstützter Kommunikation (UK) in Kindergarten oder Schule, Wohnbereichen, Pflegebereichen, Tagesstruktur und Werkstatt zu arbeiten, benötigt zum einen Wissen über diagnostische Verfahren und über geeignete Methoden der Unterstützten Kommunikation und deren Anwendung. 

Es werden aber auch Kenntnisse benötigt, wie mit Überzeugungskraft alle Beteiligten, die rund um einen UK-Nutzer leben und arbeiten, eingebunden werden können und wie Unterstützte Kommunikation kreativ gegen Zeit- und Geldargumente in den Einrichtungsalltag eingeführt werden kann.

Die Referentin bringt dafür breites Erfahrungswissen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten mit und in allen gastgebenden Einrichtungen wird seit Jahren mit UK gelebt und gearbeitet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erarbeiten auch eigene UK-Ideen und können die Rückmeldungen der anderen Teilnehmer*innen und der Referent*innen für sich nutzen.

Zielgruppe

Diese Weiterbildung richtet sich vorwiegend an Fachkräfte, die in Einrichtungen und Diensten arbeiten bzw. an Therapeut*innen und Pädagog*innen, aber auch an alle anderen Menschen, die sich im Bereich UK umfassend fortbilden möchten.

Diese Tätigkeit kann in den Bereichen

  • Wohnen
  • Pflege
  • Schule
  • Kindergarten
  • Arbeit
  • Tagesbetreuung

ausgeübt werden.

Die Teilnehmer*innenzahl ist auf ca. 18 Personen pro Kurs begrenzt.

Voraussetzungen

Der Besuch des zertifizierten Einführungskurses Unterstützte Kommunikation sowie der vier Aufbaukurse (Diagnostik in der UK, Gebärden in der UK, Technische Hilfen sowie Symbole).

Die Aufbaukurse können auch ohne Einführungskurs besucht werden, allerdings wird dann nur eine Teilnahmebestätigung ausgestellt, diese berechtigt nicht zum Gesamtzertifikat! Der/die Teilnehmer*in hat aber dann zwei Jahre Zeit, den zertifizierten Einführungskurs nachzuholen, dann wird nachträglich auch für den Aufbaukurs ein Zertifikat ausgestellt.

Zertifikat

Für jeden zertifizierten Kurs wird ein Kurs-Zertifikat der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. ausgestellt, diese 5 Zertifikate zusammen reicht dann der/die TeilhnehmerIn bei der dt. Gesellschaft für UK ein und bekommt dann das Gesamtzertifikat „Zertifizierte Fachkraft für unterstützte Kommunikation“ nach dem Standard der dt. Gesellschaft für UK ausgestellt. 

Die Zertifikatsgebühren sind im TN-Beitrag des jeweiligen Kurses enthalten, die Gebühren für das Gesamtzertifikat betragen 25 €. 

Die Weiterbildung umfasst

Modul 1 - Einführungskurs:
Grundlagen der Unterstützten Kommunikation 

Modul 2 - Aufbaukurs: 
Diagnostik in der Unterstützten Kommunikation

Modul 3 – Aufbaukurs:
Unterstützte Kommunikation mit Gebärden

Modul 4 – Aufbaukurs:
Technische Hilfen: Möglichkeiten und Einsatz im Alltag

Modul 5 – Aufbaukurs:
Symbole in der Unterstützten Kommunikation

 

Leitung der Weiterbildung
Romana Malzer, LIFEtool Beraterin