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D

Deutsche Gebärdensprache ( DGS)

ist die in Deutschland verbreitete =>Gebärdensprache der Gehörlosen. Entsprechend gibt es Britische Gebärdensprache (BSL; British sign language), Amerikanische Gebärdensprache (ASL; American sign language) usw. DGS ist eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik. Nicht nur die Gebärden an sich, sondern auch die Mimik und der Ort der Ausführung sind bedeutungstragend. In Deutschland wurde sie lange Zeit unterdrückt (=>Oralismus), ist aber inzwischen offiziell anerkannt. Beispielsweise haben Gehörlose seit 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf Bereitstellung eines Gebärdensprachdolmetschers, wenn sie einen solchen benötigen, um ihre eigenen Rechte in einem Verwaltungsverfahren zu vertreten.

DGS

Abkürzung für Deutsche Gebärdensprache

deklarativ

Die kommunizierende Person zeigt auf etwas oder sagt etwas, um ihren Partner zu veranlassen, Wissen mit ihr zu teilen. Dieses Teilen von Wissen  kann das eigentliche Ziel sein (soziale Nähe; Aufbau eines gemeinsamen Hintergrundwissens) oder dazu dienen, dem Partner auf irgendeine Art zu helfen, indem die Person ihn über etwas informiert, von dem sie annimmt, dass er es wissen möchte. Michael Tomasello argumentiert, dass es ungünstig ist, beide Arten von deklarativen Äußerungen mit nur einem Begriff zu bezeichnen und nennt die die erste Art von Äußerungen deklarativ-expressiv, die zweite deklarativ-informativ.=>Kommunikationsfunktion

Deutsche Wortstrategie

Anwendung der =>Minspeak-Strategie auf einen Teil des deutschen Wortschatzes mit dem Ziel einer Beschleunigung der Kommunikationsgeschwindigkeit und Erleichterung des Lernens durch standardisierte =>semantische Kodierung dieser Wörter. Wörtern der deutschen Sprache sind jeweils bestimmte Ikonsequenzen als Kodierung zugeordnet. Beispiel: Haus + Zimmer + Bett = Schlafzimmer. Die Deutsche Wortstrategie ist urheberrechtlich geschützt.

Dialogstruktur

abwechselndes Handeln im Sinne von „ich bin dran“ – „du bist dran“. Die Dialogstruktur entwickelt sich im ersten Lebensjahr, noch vor der Entwicklung intentionaler Kommunikation. =>turn taking

digitale Kodierung

Werte von Signalen werden Ausprägungen von Merkmalen willkürlich zugeordnet. Die Zeichen des resultierenden digitalen Kodes werden als diskontinuierliche Signale behandelt, sie erzeugen Bedeutung stufenweise, z.B. über Buchstaben oder Laute. =>analoger Kode

digitale Kommunikation

basiert auf einem =>digitalen Kode, d.h. auf Information, die in diskreten Einheiten kodiert sind. Beispiele sind die Kommunikation durch lautsprachliche Wörter, durch Morsezeichen oder durch Gebärden. Nach Watzlawick übermittelt die digitale Kommunikation den Inhaltsaspekt einer Äußerung. Der Begriff digitale Kommunikation darf nicht mit dem Ausdruck =>digitalisierte Sprache verwechselt werden. =>analoge Kommunikation

digitalisierte Sprache

Option von =>Sprachausgabegeräten. Natürliche Lautsprache wird elektronisch zwecks Speicherung in diskrete Einheiten zerlegt und dann jeweils zur Wiedergabe in die analoge Form zurückkonvertiert. Die Äußerungen müssen also von einer Person auf das Gerät aufgesprochen werden. Im Gegensatz dazu wird =>synthetische Sprache elektronisch erzeugt, indem digitale Eingaben (Tastendrücke u.ä.) in analoge Ausgaben (Schallwellen) umgewandelt werden.

direkte Selektion

ist die einfachste Art der Auswahl eines Symbols: Das Symbol selbst wird ohne Zwischenschritte durch eine Körperbewegung ausgewählt. Beispielsweise zeigt der Nutzer mit dem Zeigefinger oder dem Blick auf ein Symbol, oder er ergreift eine Karte mit dem Symbol und gibt sie dem Partner. Direkte Selektion kann – wie in den angegebenen Beispielen – mit körpereigenen Mitteln erfolgen. Sie kann aber auch mit Hilfsmitteln erfolgen (z.B. mit einem Kopfzeiger, Laserzeiger, Infrarotzeiger). =>indirekte Selektion

Down-Syndrom

Menschen mit Down-Syndrom haben das 21. Chromosom dreifach (Trisomie 21). Sie sind in der Regel kognitiv beeinträchtigt. Die Sprachentwicklung verläuft verzögert, in manchen Fällen wird auch keine Lautsprache entwickelt. Menschen mit Down-Syndrom gehören oft zur =>augmentativen Sprachgruppe.

dyadisch

auf zwei Elemente bezogen

dynamische Symbole

anderes Wort für =>flüchtige Symbole. Die Präsentation des Symbols ist nicht dauerhaft, z.B. lautsprachliche Wörter, die Mehrzahl der Gesten und Gebärden sowie animierte grafische Symbole auf einem Display als Bestandteil von Kommunikationssoftware. =>stabile Symbole =>statische Symbole

dynamisches Display

Sprachausgabegeräte haben entweder ein statisches oder ein dynamisches Display. Beim statischen Display verändert sich das Display nicht, wenn eine Taste gedrückt wird. Beim dynamischen Display bewirkt das Drücken eines Feldes (beispielsweise „Personen“), dass sich das Display verändert und eine neue Seite geöffnet wird (beispielsweise Mann, Frau, Kind, usw.), analog zum Wechsel des Deckblatts bei statischen Systemen.

Dysarthrie/Dysarthrophonie

ist eine Störung der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen. Die Bewegungsstörung kann alle beteiligten Muskelgruppen betreffen: Atemmuskulatur (Sprechatemstörung), Kehlkopfmuskulatur (Stimmstörung) und die Muskulatur oberhalb des Kehlkopfes (Artikulationsstörung). Nicht sprachliche Bewegungen der beteiligten Muskelgruppen müssen nicht betroffen sein.

Manche Autoren gebrauchen den Begriff Dysarthrie kontrastierend zur Dysarthrophonie. In diesem Fall ist bei der Dysarthrie nur die Artikulation betroffen, bei der Dysarthrophonie zusätzlich die Stimme und die Atmung.

Die schwerste Form der Dysarthrie nennt man auch Anarthrie.

Ursachen sind Durchblutungsstörungen des Gehirns, Parkinson-Syndrom und andere Stammganglienerkrankungen, Schädel-Hirn-Traumen, Multiple Sklerose, Erkrankungen des motorischen Neurons (bspw. Amyotrophe Lateralsklerose) oder degenerative Kleinhirnerkrankungen.

Dysgraphie

(auch Dysgrafie). erworbene Störung der Schreibfähigkeit. Die Bewegungsmuster für die geschriebenen Wörter können nicht mehr oder nicht mehr zureichend produziert werden, obwohl die Bewegungsfähigkeit der Hand erhalten ist. Die schwerste Form der Dysgraphie nennt man auch Agraphie.

Dyslexie

Beeinträchtigung der Lesefähigkeit (bei vorhandenem Sehvermögen). Dyslexie kann als Entwicklungsstörung auftreten (Entwicklungsdyslexie) oder aber erworben sein, z.B. nach Schlaganfall.

Dyspraxie

leichtere Form der =>Apraxie