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P

Partizipation

Teilnahme an Aktivitäten in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft. Partizipation bedeutet auch Mitbestimmung.

Partizipationsbarrieren

verhindern, dass jemand an einer Aktivität oder in einer Gruppe aktiv teilnehmen und mitbestimmen kann. Dabei gibt es Barrieren, die von der betroffenen Person ausgehen, wenn diese z.B. aufgrund einer körperlichen Behinderung nicht am Fußballspiel teilnehmen kann. Andere Barrieren gehen von der Umwelt aus, z.B. negative Einstellungen der Bezugspersonen, Unwissen der Umwelt über Kommunikationsmöglichkeiten, politische Hindernisse wie fehlende gesetzliche Grundlagen für Inklusion.

Partizipationsmodell

Diagnostik und Interventionsplanung nach dem Partizipationsmodell (entwickelt von David Beukelman und Pat Mirenda) besteht darin, die Partizipationsmuster vergleichbarer Personen ohne Behinderung mit denen der Person mit Kommunikationsbeeinträchtigtung zu vergleichen und diese Informationen für Entscheidungen bezüglich der Intervention bzw. weiterer diagnostischer Abklärung zu nutzen. Das Partizipationsmodell beinhaltet vier Bereiche: Identifizierung von Partizipationsmustern und Kommunikationsbedürfnissen; Identifizierung von =>Partizipationsbarrieren; Planung und Implementierung der Intervention; Evaluation der Wirksamkeit der Intervention.

Partnerintentionalität

=>Intentionalitätsstufen

Partnerscanning

Beim Partnerscanning (partner-assisted scanning) übernimmt eine assistierende Person die Funktion einer Selektionshilfe. Es gibt verschiedene Arten des Partnerscannings, die sich darin unterscheiden, welche Funktionen der Selektionshilfe der Partner übernimmt. Wenn er alle Funktionen übernimmt, dann präsentiert er die Auswahlen, indem er sie nacheinander ansagt oder auf einer Kommunikationstafel anzeigt, registriert dann das vorher mit dem Nutzer vereinbarte Ja-Signal (z.B. Augenblinzeln) und wandelt schließlich die durch das Ja-Signal identifizierte Auswahl des Nutzers in ein konventionelles Symbol um. Partnerscanning kann aber auch so funktionieren, dass der Partner nur die Zeichen präsentiert, Registrierung und Umwandlung hingegen durch ein Gerät erfolgen. So kann der Nutzer mit einem Schalter, den er mit der Hand, dem Kopf oder einem anderen Körperteil bedient, das Ja-Signal geben. Umgekehrt kann die Präsentation durch ein Gerät erfolgen und der Partner ist für die Registrierung und Umwandlung zuständig.

PCS-Symbole

Abkürzung für Picture Communication Symbols, eine verbreitete umfangreiche kommerzielle Symbolsammlung =>Boardmaker.

PECS (Picture Exchange Communication System)

Strukturierte Methode der Kommunikationsanbahnung für schwerer geistig behinderte Menschen, die sich bereits intentional verhalten, aber noch nicht oder nur in Ansätzen intentional kommunizieren. In den ersten drei Phasen lernt der Nutzer, dem Partner Bildsymbolkarten zu geben, um seine Bedürfnisse auszudrücken. In den weiteren drei Phasen soll der Nutzer weitere Kompetenzen wie Satzbau und das Äußern deklarativer Äußerungen lernen. PECS wurde ursprünglich für Kinder mit Autismus entwickelt, hat sich aber auch bei anderen Personengruppen bewährt.

PIC

eine =>Symbolsammlung. PIC-Symbole sind weiß auf schwarzem Untergrund.

Picsyms

eine =>Symbolsammlung, ähnlich =>PCS

Pictogenda

in Deutschland von der Bundesvereinigung Lebenshilfe vertriebener Terminkalender in Ringbuchform mit Piktogrammen aus dem =>Pictoselector.

Pictoselector

nichtkommerzielle umfangreiche Symbolsammlung sowie dazu passende Software zum Erstellen von Kommunikationstafeln. Pictoselector gibt es in mehreren Sprachen, das Projekt wird durch Spenden und freiwillige Mitarbeit finanziert. Pictoselector läuft mit Wine auch auf Linux-Systemen.

Piktogramm

Schriftzeichen, das durch eine vom Betrachter als bildhaft empfunden Darstellung eines Konzepts dieses symbolisieren soll. Werden auch häufig an Bahnhöfen, Flughäfen, öffentlichen Plätzen etc. verwendet. =>Ideogramm, =>Logogramm

Plauderplan

Plauderpläne (social scripts) strukturieren kurze, vorhersehbare Kommunikationssituationen und erleichtern damit das Erlernen der Kommunikation mit einer Kommunikationshilfe. Beispielsweise kann der Nutzer eine Begrüßungssituation oder eine Einkaufssituation bewältigen, indem er eine vorgegebene Liste von Äußerungen (Guten Tag!, Wie geht es Dir? etc.) nach und nach abruft.

PMS

Abkürzung für Phonembestimmtes =>Manualsystem. Beim PMS werden die Laute durch Fingerbewegungen dargestellt.

Portmann-Gebärden

Gebärdensammlung aus der Schweiz

Positionierung

Im Kontext Unterstützter Kommunikation bezieht sich der Begriff auf Hilfsmittelversorgung und Lagerungstechniken mit dem Ziel, die Körperhaltung so zu stabilisieren und eine Ansteuerungshilfe oder eine Kommunikationshilfe so anzubringen, dass die Kommunikationshilfe gut angesteuert werden kann.

Pragmatik

Regeln des Sprachgebrauchs: Wann setze ich bei wem welche Äußerung zu welchem Zweck ein?

pragmatische Kompetenz

Fähigkeit, angemessen zu kommunizieren, d.h. u.a. Gespräche einzuleiten, aufrecht zu erhalten und zu beenden sowie die Äußerungen auf den Wissensstand und die Motivationslage der angesprochenen Person abzustimmen.

Privatgebärden

siehe =>idiosynkratische Symbole

Prompt

(englisch) heißt auf Deutsch „Aufforderung“ oder „Hilfestellung“. Prompts sind im Kontext Unterstützter Kommunikation

1. bewusst gesetzte =>Cues (= Hinweise). Beispiele: Vorsagen von (Teil-)Lösungen (verbale Prompts); Abbildung des erwünschten Ergebnisses (visuelle Prompts); Führen eines Körperteils

2. Ansagen bei elektronischen Hilfen

Prosodie

Die Prosodie bezeichnet den Sprachrhythmus, der aus den Merkmalen Tonhöhe, Lautheit, Länge von Sprachlauten (z.B. lange und kurze Vokale) sowie Pausen am Ende von sprachlichen Einheiten (z.B. Wort- und Satzgrenzen) besteht. Die prosodische Kompetenz bezieht sich sowohl auf das Erkennen als auch auf die Produktion der Rhythmik von Spracheinheiten. Rhythmisch gesteuert werden in einer Sprache Wörter, Phrasen und Sätze, indem eine sprachliche Einheit, beispielsweise eine Silbe, in einem Wort rhythmisch hervorgehoben wird. Dies bezeichnet man als Wortakzent. Typisch für die deutsche Sprache ist der Troachäus als rhythmisches Grundmuster: betont - unbetont wie bspw. in "Käse" oder "Hose". Am Anfang der Sprachentwicklung eines Kindes spielt die Prosodie die wichtigste Rolle. Sie hilft dem Kind von Beginn des Spracherwerbs an, sprachrhythmische Merkmale im Sprachfluss zu erkennen und diese als Einstieg in das lexikalische und grammatische System zu nutzen. Kinder erkennen ihre Muttersprache auf Grund der Prosodie bereits direkt nach der Geburt und bevorzugen auch den Klang ihrer Muttersprache.

proto

Die Vorsilbe „proto“ bedeutet erst-, erstlings-, vorab-, ursprünglich. Beispielsweise bezeichnet Elisabeth Bates die frühen imperativen und deklarativen Äußerungen von Kindern als protoimperativ bzw. protodeklarativ. Damit will sie ausdrücken, dass es sich um Vorläufer des späteren Gebrauchs von Sprache in imperativer bzw. deklarativer Funktion handelt.

Protokonversation

auch: Protodialog. Soziale Interaktion zwischen Säugling und einer anderen Person, bei der beide Partner die Aufmerksamkeit aufeinander richten und durch Berührungen, Mimik und durch Laute ihre Stimmungen ausdrücken und miteinander teilen. Protokonversationen haben eine =>Dialogstruktur.