SOCIALCARE

Aktive BürgerInnenbeteiligung für ein soziales Betreuungsnetzwerk auf lokaler Ebene

Foto: Benutzertest - junge Frau mit älterem Herrn

Die technische Unterstützung von Menschen im Alter mit Pflegebedarf gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies ist auf Faktoren wie den demografischen Wandel und die damit einhergehende steigende Anzahl der Pflegebedürftigen, der Fachkräftemangel in der Pflege, eine Zunahme von Einpersonen- und kinderlosen Haushalten sowie eine erhöhte Mobilität und wachsende Entfernungen zwischen Wohnorten von Eltern und erwachsenen Kindern zurückzuführen. Das Ziel des SOCIALCARE Projekts ist es eine Reihe von Leitfäden und beispielhaften Lösungen für ein nachhaltiges soziales Betreuungsnetzwerk – die SOCIALCARE Plattform – zu entwickeln und zwar dort, wo die Menschen leben – in einer Straße, einem Viertel, einem Gebäudekomplex,... Auf der Plattform können Angebote gestellt und Bedarfe abgefragt werden sowie Freiwilligenarbeit auf lokaler Ebene organisiert und koordiniert werden. Dabei helfen Freiwillige, Nachbarn und Familienmitglieder auf lokaler Ebene, damit ältere Menschen möglichst lange unabhängig zu Hause leben können. Innovative technische Lösungen sollen diese Bürgerbeteiligung unterstützen und begleiten – dabei wird auf bestehende und bewährte Lösungen von Projektpartnern zurückgegriffen. Auf der einen Seite können somit ältere Menschen, wenn diese gebrechlicher und pflegebedürftiger werden, eine umfassende Unterstützung durch die Gemeinschaft erfahren, in der sie leben. Auf der anderen Seite sind ältere Menschen selbst oft die aktivsten Helfer in der Gesellschaft, da sie die Notwendigkeit eines nachhaltigen Pflege- und Gesundheitssystem wahrnehmen und gerne aktiv mitgestalten.

Motivation

Die aktuelle Wirtschaftslage führt zu Kürzungen im Sozial- und Pflegebereich quer durch Europa. Parallel lässt sich auch beobachten, dass BürgerInnen wieder selbst die Verantwortung gegenüber ihren eigenen Gemeinden und Nachbarschaften übernehmen wollen, und sich gegenseitig unterstützen, gerade wenn es um Hilfe- und Pflegedienstleistungen geht. Die Grundidee hinter diesen Bewegungen ist, dass Menschen im Alter immer selbst die besten Experten sind – sie wissen, was ihre Bedürfnisse sind und was genau sie brauchen und wollen. Und auf lokaler Ebene finden sich meist effizientere Lösungen als wenn Regierungen und weit vom Alltag entfernte Gremien darüber nachdenken. Bei SOCIALCARE sind diese Stellen nachgeordnet – sie stellen Finanzierungen zur Verfügung und auch Räumlichkeiten, sind aber in den inhaltlichen Prozess nicht involviert. Aus den Niederlanden gibt es bereits ausreichend Erfahrung damit, wie sich lokale Gruppen zusammenschließen, um Menschen, die Hilfe benötigen, rasch und unbürokratisch zu helfen. Gerade wenn ältere Menschen zunehmend mehr Hilfe brauchen, können sie dann auf lokaler Ebene von diesen Communities profitieren. Freiwillige, Nachbarn, Familie und Freunde helfen, damit die SeniorInnen möglichst lange und möglichst selbstbestimmt zu Hause leben können. 

   


Ziele

Die SOCIALCARE Plattform soll Menschen aus ihrer Umgebung zusammenbringen, um Hilfe- und Pflegedienstleistungsangebote und -nachfrage für Menschen im Alter auszutauschen und Freiwilligenarbeit auf lokaler Ebene zu organisieren. Darüber hinaus ist es eine Möglichkeit, wo sich Menschen in ihrer Nachbarschaft beteiligen, um unabhängig von ihrem Alter aktiv tätig zu werden. 

SOCIALCARE versteht sich als ein zentraler, virtueller Treffpunkt, bei dem alle lokalen Stakeholder (Betroffene, Familie, Betreuungspersonal, Freiwillige, öffentliche Stellen) zusammenkommen und sich austauschen und die Services abrufen, die sie benötigen.

Die verwendete Technik soll einfach und auf Knopfdruck verfügbar sein. Zusätzlich zum Pflegebedarf sollen auch weitere Dienste angeboten werden wie beispielsweise Essen auf Rädern, wo ältere Menschen, die Zeit haben, für andere ältere Menschen kochen, die sich selbst nicht mehr versorgen können. Die lokalen professionellen Dienstleister werden ebenso eingebunden sein wie Notfalldienste. Das soll Menschen im Alter dabei helfen, solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden unabhängig leben zu können, folgende Funktionen werden angeboten:

  • Vernetzen: die SOCIALCARE Plattform wird eine Reihe von Diensten für die einfache Koordination, Kommunikation und Zusammenarbeit von Menschen bieten
  • Pflegen: die SOCIALCARE Plattform wird Zugang zu einer Reihe von professionellen als auch freiwilligen Pflegedienstleistungen bieten. Umgebungssensoren als auch am Körper getragene Sensoren (Blutdruck und Blutzucker) werden eingesetzt um wichtige Parameter zu überwachen und die Sicherheit für den Menschen im Alter zu erhöhen
  • Lernen: die Lernkomponente der SOCIALCARE Plattform bietet Trainings bezüglich Erste Hilfe und Pflegepraktiken für Betreuer. Desweiteren werden Trainings im Hinblick auf die Bedienung der SOCIALCARE Plattform angeboten


Ergebnis

Als Ergebnis soll es ein Bündel an Leitfäden und erfolgreiche beispielhafte Lösungen geben, die Pflege- und Betreuungsnetzwerke quer durch Europa aufgreifen können, um auf lokaler Ebene selbst aktiv agieren zu können und somit eine zeitgemäße Antwort auf die Herausforderung des alternden Europas zu geben.

Kooperationspartner

  • National Foundation for the Elderly
  • Eerste Verdieping
  • FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH
  • Johanniter
  • Ingeniería y Soluciones Informáticas Atos 
  • Worldline Spain
  • Johanniter International
  • Kontakt

    Stefan Schürz BSc
    Researcher
    T +43 664 235 17 43
    stefan.schuerz@lifetool.at

    Laufzeit

    01.05. 2015 - 31.12. 2017

  • Projektart

    Europäisches Projekt
  • Förderprogramm

     

    Dieses Projekt wird gefördert mit Mitteln des bmvit und im Rahmen des Programms benefit der FFG (Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) durchgeführt.