Wo liegen nun die Besonderheiten von pädagogisch wertvollen Apps für Menschen mit Behinderung?

Foto: LIFEtool Beraterinnen und Entwickler beim gemeinsamen Arbeiten an einer App.

Lebendig werden Tablet Computer durch die Apps, die möglichst viele Sinne ansprechen. Es gibt eine Fülle an Trainings-Apps, die ganz gezielt spezielle Fähigkeiten schulen können. Bei LIFEtool kennt man nicht nur die Apps und hat einen ständig aktualisierten Überblick über die am zumeist englischsprachigen Markt erhältlichen „special Apps“, die bereits speziell für Menschen mit Behinderungen entwickelt wurden, sondern entwickelt selbst Apps – stets interdisziplinär und unter Einbindung und mit den Rückmeldungen der Menschen, die dann die Apps später verwenden sowie aus der reichen Erfahrung der Beratungen und Schulungen – an der Schnittstelle von Betroffenen, BeraterInnen und SoftwareexpertInnen. 

Den Apps, die bei LIFEtool entwickelt werden, liegt ein pädagogisches Know-how zugrunde, das in über 15 Jahren Beratungs- und Programmierarbeit von Trainings-Software für Menschen mit Behinderung erarbeitet wurde. Dazu ist einerseits sonderpädagogisches Wissen aus der Unterstützten Kommunikation, Psychologie, (Heil)Pädagogik und angrenzenden Wissenschaften erforderlich und andererseits technisches und programmierspezifisches Know-How, das wir im interdisziplinären Team von LIFEtool und unseren Netzwerkpartnern in Wissenschaft und Forschung nutzen können.

Die Möglichkeit Kommunikations-Apps für Menschen mit Behinderung in dieser pädagogischen Qualität zu entwickeln, ist nur durch die langjährige und kontinuierliche Unterstützung von Licht ins Dunkel möglich geworden. Durch diese Kooperation konnten auch zusätzlich nationale und internationale Forschungspartner gewonnen werden, mit deren Hilfe die notwendige wissenschaftliche und vor allem auch die technische Grundlagenarbeit geleistet werden konnte. Bevor man an die Programmierung der Kommunikations-Apps denken konnte, musste erst ein Programmierumfeld geschaffen werden, das auf die Spezifika für Menschen mit Behinderung Rücksicht nahm. 

Damit Tablet-Technologie für Menschen mit Beeinträchtigungen überhaupt nutzbar und zugängig wurde und zwar so, dass sie ihren Bedürfnissen entspricht, waren folgende Eckpunkte essentiell: 

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Einfache Oberfläche mit reduzierten Funktionen
  • Möglichkeit zum Einbinden eigener Materialien (eigene Fotos, Videos, Texte,…)
  • Alternative Bedienbarkeit mittels Taster und Scanning


Für die konkreten Apps ist es wichtig, dass die Betroffenen nun eigene Materialien wie zB Fotos einbauen können und dass der Schwierigkeitsgrad der Übungen eingestellt werden kann. Es ist ein positives Feedback enthalten, das die NutzerInnen zum Weitermachen motiviert oder Unterstützung gibt, wenn es noch nicht ganz geklappt hat. Auch die Möglichkeit einer Auswertung ist inkludiert, damit die TherapeutInnen diagnostische Aussagen treffen können. Großes Augenmerk wird auch auf die einfache Grafik gelegt – Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche lässt die Programme am Ende sehr einfach wirken – je einfach sie wirken, umso größer war und ist im Endeffekt die Denk- und auch Programmierleistung, die dahinter steckt.